Herbert Strebel liegt der öffentliche Verkehr im Aargau am Herzen. Der Murianer Grossrat setzt sich auch für gute Bahn- und Busverbindungen im Freiamt ein. Bisher ist es ein ziemlich einsamer Kampf. Die Lobby für den öV im Aargau ist äusserst klein.

Dreimal morgens und dreimal abends kann man mit dem Zug von Muri ohne Umsteigen nach Zürich (oder in die umgekehrte Richtung) reisen. Diese Verbindung nennt sich S42 und besteht seit einigen Jahren. Schon nach kurzer Zeit wurde sie rege genutzt. Pendler schätzen es, bis zum Zielort sitzen bleiben zu können. Und dennoch alarmiert Grossrat Herbert Strebel: «Es besteht die Gefahr, dass die Verbindung eingestellt wird». Er hat beim Regierungsrat eine Interpellation eingereicht.
Grund dafür ist, dass der Zug in Mellingen-Heitersberg künftig nicht mehr halten soll. Wer schon einmal auf dieser Linie gefahren ist, der weiss, wieviele Pendler hier zu- oder aussteigen. Doch die Strecke zwischen Othmarsingen und Heitersberg hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht und soll entlastet werden. Wer bisher via Mellingen-Heitersberg nach Baden weitergereist ist, muss künftig einmal mehr (in Othmarsingen) umsteigen und dafür mehr Zeit einrechnen. Umständlicher wird es auch für Pendler, die aus der Region Mellingen via S42 nach Zürich fahren wollen. «Dadurch könnten der S-Bahn Passagiere verloren gehen, die unter diesen Umständen lieber auf die Strasse ausweichen», befürchtet Strebel. Bei sinkenden Belegungszahlen würde dann vielleicht sogar die gesamte S42 in Frage gestellt. «Deshalb möchte ich vom Regierungsrat wissen, ob diese Gefahr besteht», erklärt der Murianer weiter.
Seine Fragen gehen aber über die Bedenken zur S42 hinaus. «Warum werden die Anliegen aus dem Freiamt für schnelle und direkte ÖV-Verbindungen kaum berücksichtigt?», fragt er etwa. Oder: «Wie steht der Regierungsrat zu Äusserungen, dass auf Kosten des Freiamtes die schnelle und direkte Verbindung Bern-Zürich priorisiert wird?».

Text/Foto: Philipp Indermühle

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 13. Oktober 2017